Raclette-Tischgrill: Ideen für die Grillplatte
Stand: 1. November 2026
Kurz: Für den Tischgrill empfiehlt Betty Bossi Fleisch in Tranchen von etwa 20 g, kleine Würste wie Cipollata, Bratspeck, Fisch und Meeresfrüchte in kleinen Stücken sowie Gemüse und Früchte in gleichmässigen Scheiben [1].
Bei einem Raclette-Ofen mit Grillplatte lässt sich neben dem Käse auch grillieren. Was in die Pfännchen kommt und welche Beilagen zum Käse passen, steht in den Ratgebern Raclette-Beilagen und Raclette-Rezepte. Diese Seite sammelt, was Schweizer Quellen für die Platte selbst vorschlagen. Betty Bossi und Swissmilk schreiben dabei über den Tischgrill allgemein [1][2]; der Fleischverarbeiter Ernst Sutter hält fest, dass man in der Schweiz Raclette und Tischgrill gern zusammen isst [3].
Fleisch: welche Stücke, wie dünn
- Tranchen von rund 20 g: Betty Bossi nennt Geflügel, Kalb (z. B. falsches Filet), Rind (z. B. Huft), Schwein, Pferd, Lamm, Strauss und Kaninchenfilet [1]. Die Metzgerei kann die Stücke fertig zuschneiden; vor Feiertagen lohnt es sich laut Betty Bossi, früh zu bestellen [1].
- Geeignete Stücke: Ernst Sutter zählt Rindsfilet, -entrecôte und -huft auf, Kalbsfilet, -nierstück und -huft, Schweinsfilet, -nierstück und Plätzli vom Stotzen, dazu Pouletbrust, Lammnierenstück, Bratspeck und Cipollata [3].
- Dicke: Sutter schneidet das Fleisch rund 5 mm dick und brät es beidseitig, bis es die gewünschte Bräune hat [3].
- Weitere Ideen: Spiesse, Hamburgerli und Bällchen aus selbst gemachtem Hackbraten [1].
Fisch und Meeresfrüchte
Betty Bossi schlägt Crevetten «tail-on» (geschält, mit Schwanz), Calamari-Ringe und Jakobsmuscheln vor, dazu Lachs, Thon, Kabeljau, Seezunge und Rotbarsch, jeweils in kleinen Stücken und mit MSC-Label [1]. Mengen für Fisch nennen die Quellen nicht.
Gemüse und Früchte
- Gemüse: Peperoni, Zwiebeln, Fenchel und Zucchetti; mit etwas Marinade oder Gewürzen [1]. Als saisonale Idee nennt Betty Bossi dünn gehobelte Artischockenherzen, Cherry-Tomaten kommen ganz auf den Grill [1].
- Nach Saison (Swissmilk [2]): im Frühling Spargeln, Aubergine und Fenchel; im Sommer Cherrytomaten, Mais, Peperoni und Zucchetti; im Winter Kürbis und Rosenkohl; das ganze Jahr Rüebli, Zwiebeln, Pilze, Radieschen, Randen und Lauch.
- Früchte: Betty Bossi legt für einen süss-sauren Kontrast Apfel- oder Grapefruitscheiben auf [1]. Swissmilk nennt für den Sommer Aprikosen, Erdbeeren, Feigen, Nektarinen, Pfirsiche, Pflaumen und Zwetschgen, für den Winter Kakis und ganzjährig Äpfel und Birnen [2].
- Schneiden: Gemüse und Früchte in gleichmässige Scheiben schneiden, dann garen sie schneller und gleichmässiger [1]. Swissmilk schlägt vor, Fleisch, Gemüse und Früchte auch gemeinsam auf Spiesse zu stecken [2].
Vegetarisch auf der Platte
Swissmilk rechnet pro Person mit 2–3 Stück Grillkäse à 50 g (rund 100–150 g), einem halben Block Tofu (100–125 g), 1–2 Veggie-Patties (120–240 g) oder 4–6 Falafel (120–240 g) [2].
Mengen für einen Tischgrill-Abend
Swissmilk nennt diese Richtwerte pro Person [2]. Sie gelten für einen Abend mit Tischgrill, nicht für Raclette mit Grillplatte; Swissmilk weist darauf hin, dass jede Komponente kleiner ausfällt, je mehr Beilagen auf dem Tisch stehen [2].
| Grillgut | Pro Person (Swissmilk [2]) |
|---|---|
| Filetstücke | 4–6 Stück à 20 g (ca. 80–120 g) |
| Cipollata oder Wienerli | 2–3 Stück (ca. 80–180 g) |
| Spiesse | 1–2 Stück (ca. 150 g) |
| Hackfleischbällchen | 3–4 Stück (ca. 80–120 g) |
| Bratspeck | 3–4 Scheiben (ca. 50–70 g) |
| Gemüse | rund 150 g gesamthaft |
Wie viel Käse und Kartoffeln Sie für das Raclette selbst rechnen, steht im Ratgeber Raclette: Menge pro Person.
Drei Tischgrill-Rezepte von Ernst Sutter
Die Rezepte stammen vom Fleischverarbeiter Ernst Sutter AG, aus der Rubrik «Studis Tips & Tricks» [3]. Die Quelle setzt «Für 4 Personen» einmal fett unter die Einleitung, vor das erste Rezept. Ob damit alle drei zusammen oder jedes einzeln gemeint ist, sagt sie nicht.
1. Tomaten-Schweinsfilet-Burger mit Chili-Dip
Zutaten: 400 g Schweinsfilet, 3 EL Sesamöl, 2 EL Sojasauce, 1 TL Chiliflocken, 100 g Crème fraîche, 2 EL Sambal Oelek, Salz, 3 Fleischtomaten, ein Bund Rucola, 200 g Langkorn- oder Basmatireis.
- Das Filet in 5 mm dicke Scheiben schneiden. Mit Sesamöl, Sojasauce und Chiliflocken vermengen und 30 Minuten marinieren.
- Crème fraîche, Sambal Oelek und Salz zum Dip verrühren. Den Reis so kochen, dass die Körner locker bleiben. Wozu der Reis serviert wird, sagt die Quelle nicht.
- Den Tischgrill vorheizen und mit wenig Öl bepinseln.
- Die Tomaten in 1 cm dicke Scheiben schneiden und auf beiden Seiten etwa 5 Minuten braten. Salzen und warm halten.
- Das Fleisch aus der Marinade nehmen und pro Seite etwa 3 Minuten grillieren. Danach salzen.
- Tomatenscheiben, Fleisch, 1 EL Dip und Rucola zu Burgern stapeln.
2. Rindshuft mit Kimchi im Salatblatt
Zutaten: 400 g Rindshuft, 100 g Kimchi (marinierter koreanischer Kohl), ½ Bund Frühlingszwiebeln, 20 Kopfsalatblätter, Salz, Pfeffer.
- Die Frühlingszwiebeln in 10 cm lange Stücke schneiden, diese längs in feine Streifen teilen und in ein Schälchen legen.
- Die Huft in dünne Scheiben schneiden, die Scheiben halbieren und auf dem Tischgrill jeweils 1 bis 2 Minuten grillieren. Mit Salz und Pfeffer würzen.
- Eine Fleischscheibe auf ein Salatblatt legen, 1 TL Kimchi und ein paar Zwiebelstreifen dazugeben, das Blatt zu einem Päckchen schliessen und in einem Bissen essen.
Die Quelle schlägt ausserdem vor, Zucchettischeiben und Zwiebelringe auf dem Grill mitzubraten und zu salzen.
3. Knoblibrot mit Cipollata und Senf-Kräuter-Dip
Zutaten: 4 Cipollata, 100 g griechischer Joghurt, 2 EL grobkörniger Dijonsenf, 1 Handvoll Kräuter (Petersilie, Schnittlauch, Basilikum), Salz, Pfeffer, 10 Knoblauchzehen, 1 Baguette.
- Joghurt, Senf und die Kräuter mischen und mit Salz und Pfeffer abschmecken.
- Die Cipollata auf dem Tischgrill knusprig grillieren.
- Die Knoblauchzehen braten, bis sie goldgelb sind.
- Baguettescheiben auf dem Grill rösten. Auf jede Scheibe eine Knoblauchzehe drücken und das Brot mit den Cipollata und dem Dip essen.
Saucen
Betty Bossi empfiehlt eine Auswahl von mild bis scharf: die klassischen Chinoise-Saucen, zu Fisch Saucen auf Mayonnaise-Basis oder frische Kräutersaucen mit etwas Zitrone, selbst gemachte Kräuterbutter, und für scharfe Saucen eine Basis aus Ketchup oder Tomatensauce mit Worcestershire-Sauce, Weissweinessig, Senf und Chili [1].
Tipps für die Platte
- Vorheizen: Der Tischgrill sollte heiss sein, bevor das Grillgut darauf kommt, sonst bräunt es schlecht. Wenig Fett reicht und verhindert Spritzer [1].
- Öl: Ernst Sutter nimmt ein neutrales Öl, das hohe Hitze verträgt, zum Beispiel Rapsöl. Aufgetragen wird es mit einem hitzebeständigen Pinsel, etwa aus Silikon [3].
- Speck zuerst: Auf der Platte zuerst ein paar Scheiben Bratspeck braten, dann braucht es für das übrige Grillgut kein zusätzliches Fett. Zu viel Fett oder Öl saugt ein Champignonkopf auf [3].
- Rohes und Gegartes trennen: Rohes Fleisch kommt auf eigene Teller, getrennt von Gegartem. Fleisch ganz durchbraten, bei Poulet besonders [3].
- Stein langsam erhitzen: Steine aus Speckstein, Lavastein oder Granit können springen, wenn sich die Temperatur schlagartig ändert. Deshalb langsam aufheizen. Gegen das Anhaften kann grobes Salz helfen, je nach Stein und Angabe des Herstellers [1].
Welche Ofen-Bauart mit Grillplatte zu welcher Runde passt und wie Kassensturz die Grillplatte zu reinigen rät, steht im Ratgeber Raclette-Ofen kaufen. Mehr zu Material und Grösse der Pfännchen: Raclette-Pfännchen.
Quellen
Alle am 1.11.2026 abgerufen.
- Betty Bossi, Magazin: «Tischgrill: ein heisses Pflaster» – https://www.bettybossi.ch/de/magazin/artikel/tischgrill-ein-heisses-pflaster/
- Swissmilk: «Tischgrill: welche Mengen pro Person?» – https://www.swissmilk.ch/de/rezepte-kochideen/tipps-tricks/tischgrill-welche-mengen-pro-person/
- Ernst Sutter AG, «Studis Schweiz-Korea Tischgrill-Plausch» – https://www.suttero.ch/studis-tips-tricks/detail/studis-schweiz-korea-tischgrill-plausch/